Lerntherapie bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS)

„Die Legasthenie ist eine umschriebene und schwerwiegende Beeinträchtigung des Erlernen von Lesen und Rechtschreibung, die in Besonderheiten der Gehirnfunktion begründet ist.
Diese in allen Schriftsprachen vorkommende Teilleistungsstörung ist veranlagt und nicht Folge von unzureichender Beschulung, einer Intelligenzminderung oder anderen körperlichen, neurologischen oder psychischen Erkrankungen.“ (Warnke, 2002)

 

Zu den Lernvoraussetzungen beim Schriftspracherwerb des Kindes gehören viele unterschiedliche Entwicklungsfertigkeiten:

  • auditive und visuelle Wahrnehmungsfähigkeiten zur optischen und akustischen Differenzierung von Lauten und Buchstaben
  • motorische Voraussetzungen: grobmotorische Bewegungen, Kraftdosierung, Feinmotorik, Auge-Hand-Koordination, Graphomotorik (Schreibmotorik)
  • sprachliches Verständnis, Wortschatz und kommunikative Fähigkeiten
  • phonologische / metasprachliche Kompetenzen
  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnis, Merkfähigkeit
  • Selbstorganisation und Strukturierung
  • Freude und Motivation am Lernentwicklung

Zeigen sich in einem, oder in mehreren dieser Bereiche Schwierigkeiten, kann die Lerntherapie eine gute Hilfe sein!

Beim Schreiben sind die Schwierigkeiten oft gekennzeichnet durch:

  • Auslassungen, Verwechslungen, Umstellungen von Buchstaben und Silben
  • hohe Fehleranzahl bei ungeübten (aber auch häufig bei geübten) Texten
  • hohe Fehleranzahl beim Abschreiben von Texten
  • häufig unleserliche Handschrift

Beim Lesen ist häufig zu beobachten:

  • niedrige Lesegeschwindigkeit
  • häufiges Stocken
  • langanhaltendes lautes Lesen
  • Startschwierigkeiten beim Vorlesen, Verlieren der Zeile im Text
  • Vertauschen, Auslassen oder Hinzufügen von Wörtern  im Satz oder Silben bzw. Buchstaben in den Wörtern
  • Ersetzen von Wörtern durch ein in der Bedeutung ähnliches Wort
  • unzureichende Wiedergabe und Interpretation des Gelesenen

Nicht alle Schwierigkeiten müssen vorliegen, um von einer Legasthenie / LRS zu sprechen.
Insgesamt kann eine ausgeprägte Störung im Lesen- und Schreiben-Lernen zu einem globalen Schulversagen führen, bei dem die Lerntherapie helfen kann!


In der Lerntherapie kann die Förderung folgende Bereiche umfassen:

  • die Förderung der auditiven und visuellen Wahrnehmung
  • die Förderung der phonologischen Bewusstheit (das Wissen über Sprache)
  • die Förderung der Motorik / Feinmotorik, Koordination, Krafteinsatz
  • Rechtschreibung und Regelverständnis
  • Konzentrationsförderung
  • Lesen und Textverständnis
  • die Förderung der psychischen Ebene und der Aufbau einen positiven Selbstkonzeptes